Der große Kämpfer Alessandro „Alex“ Zanardi ist tot
Alessandro "Alex" Zanardi - 23.10.1966 - 1.5.2026 © Topspeed - Rudolf Beranek Zanardi verstarb am 1. Mai 2026 in seinem Heimatort Padua nach einem Unfall mit dem Handbike im Jahre 2020, von dem sich der nicht mehr erholt hatte.
1991 startete die Formel 1 Karriere von Zanardi bei Jordan. Danach hatte er eine erfolglose Zeit bei Minardi und Lotus.
Aus diesem Grund wechselte der kleine Italiener in die amerikanische CART-Serie, wo er auch seinen Spitznamen „Alex“ erhielt, weil den Amis Alessandro zu lang war. 1997 und 1998 gewann er die Serie.
Die Formel 1 ließ ihn aber nicht los und daher wechselte er 1999 zurück in die Formel 1 zu Williams als Teamkollege von Ralf Schumacher ohne große Erfolge.
Nach einer Auszeit gab er sein Comeback wieder in Amerika in der Champ Car Serie. Bei einem Gastspiel dieser Serie auf dem deutschen EuroSpeedway Lausitz kam er bei der Boxenausfahrt auf die Wiese und schleuderte auf die Rennstrecke.
Ausgerechnet mit seinem Freund Alex Tagliani kam es zu einem Horrorcrash mit 320 km/h. Das Cockpit zerbrach dabei in zwei Teilen und Zanardi wurden dabei beide Beine oberhalb der Knie abgetrennt. Außerdem erlitt er noch eine Gehirnerschütterung und einen Beckenbruch und hatte nach Einlieferung in das Krankenhaus nur mehr 1 Liter Blut im Körper.
Er musste insgesamt sieben Mal wiederbelebt werden und bekam unzählige Blutkonserven. Bereits nach einem halben Monat nach dem Unfall wurde Zanardi nach Italien verlegt und betonte immer wieder: „Jetzt bin ich ein halber Deutscher“ wegen der Blutkonserven.
Comeback in der Tourenwaren-Weltmeisterschaft WTCC in 2005 mit BMW
Sein langjähriger Freund Roberto Ravaglia, selbst Tourenwagen-und Weltmeister mit BMW und danach Teamchef vom Team Italia-Spain, baute für Zanardi einen BMW M3 entsprechend um. Er konnte mit der Hand Gas geben und die Bremse bediente er mit der Prothese seines rechten Beines.
Trotz dem Handicaps fuhr Zanardi nicht hinterher, sondern hielt mit der Tourenwagenelite mit. Siege in Oschersleben, Istanbul und Brünn, sowie etliche Podestplätze waren seine größten Erfolge.
2006 fuhr er noch einmal einen speziell umgebauten BMW Sauber F1 für Demorunden. 2015 nahm er mit Timo Glock und Bruno Spengler in einem speziell umgebauten BMWZ4GT3 am 24 Stundenrennen von Spa Francorchamps teil.
Zanardi hatte danach noch einige BMW-Einsätze und trat danach endgültig vom Motorsport zurück.
Seine neue Liebe war das Handbike.
Nach vielen internationalen Einsätzen kam er 2012 bei der Sommer-Paralympics in London zu Gold im Einzelzeitfahren und Silber in der Mixed Staffel.
Das Handbike wurde ihm jedoch auch zum Verhängnis. 2020 stieß er bei Pienza mit einem LKW zusammen und erlitt schwerste Kopfverletzungen. Von diesen konnte er sich nicht mehr erholen und verstarb am 1. Mai 2026 im Kreise seiner Familie.
Persönliches
Alex Zanardi war der Liebling der Fans, für die er sich immer ausreichend Zeit genommen hatte und ein Autogramm schöner schrieb als das andere.
Die meisten anderen Fahrer machen nur mehr ein Paraphe und sonst etwas unleserliches.
WTCC Brünn
Autogrammstunde von BMW. Am Podium nahmen Zanardi, Augusto Farfus und Jörg Müller Platz. Während bei Farfus und Müller der Filzstift eintrocknete, standen bei Zanardi die Schlangen.
Nach dem Training warteten die Fans hinter den Boxen auf ihren Alex. Zanardi kam wie üblich mit seinen zwei Stöcken in das Fahrerlager und wurde sofort bestürmt.
„Un momento, per favore“ sagte Zanardi, setzte sich auf eine Boxenkiste und schrieb wie immer Autogramme und machte Fotos.
„Riposa in pace“ Alex Zanardi