Prototype Cup Germany: Schwacher Lohn für Florian Janits
Florian Janits im Ligier in Spa © Petr FrybaBei der Premiere des Prototype Cup Germany in Spa-Francorchamps war Florian Janits der klar schnellste Mann im Feld. Trotzdem reichte es nur für Platz drei.
Die spektakuläre Formel 1-Strecke von Spa-Francorchamps oder zumindest ein Teil davon war gestern und heute Schauplatz einer Premiere. Der heuer neu ins Leben gerufene Prototype Cup Germany, im Zuge dessen mit LMP-3-Boliden, also Langstreckenfahrzeugen, pro Rennwochenende zwei Sprintrennen (je 50 Minuten plus eine Runde) gefahren werden, feierte in Belgien Saisonauftakt.
Mit im Boot war Florian Janits, der sich dabei mit selbst erarbeiten Hochs und unverschuldeten Tiefs konfrontiert sah.
Zum Positiven:
Die Zeit, in welcher der 24-jährige Burgenländer im 455 PS starken Ligier JS P320 saß, konnte er sowohl sein deutsches Team von Reiter Engineering als auch seine Konkurrenten beeindrucken. Denn Florian Janits war die prägende Figur des Wochenendes, wie gesagt, solange er im Auto saß.
Schon am Freitag holte er als schnellster Mann im Qualifying für Race 1 am Samstag unerreicht die Poleposition. Ein souveräner fliegender Start im Rennen bildete dann die Fortsetzung seiner starken Performance.
Bärenstarke Vorstellung
Doch der sichtbare Vorsprung, den sich der Toppilot aus Steinberg-Dörfl schon nach einer Runde erarbeitet hatte, war gleich wieder dahin. Ein Crash im Rückraum des Starterfeldes zwang das Safety Car auf die Strecke und zog den Tross wieder zusammen.
Wegen der schwierigen Bergung der beiden Wracks holte die Rennleitung das Sicherheitsfahrzeug erst nach 20 Minuten herein, und wieder hatte Janits beim Restart die schnellste Reaktion.
Allerdings blieben ihm jetzt nur noch knapp fünf Minuten bis zum vorgeschriebenen Boxenstopp zur Halbzeit eines Rennens, dass für Janits bis dahin eigentlich gar kein richtiges war.
Dass er in dieser kurzen Zeit fast sieben Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger herausfahren konnte, sagt alles über die bärenstarke Vorstellung des Burgenländers.
Zur „Halbzeit“ musste Florian Janits das Fahrzeug an seinen Teamkollegen Eike Angermayr übergeben. Der junge Oberösterreicher reihte sich auf Platz zwei wieder ins Feld ein, konnte aber die Position nicht halten und ein fuhr schlussendlich auf Platz drei ins Ziel. Florian Janits‘ Stimmung schwankte zwischen Süß und Bitter:
„Zuerst einmal war es ein schönes Gefühl, das erste Rennen in der Geschichte des Prototype Cup Germany von der Pole Position aus zu beginnen. Als ich die Führung auch nach dem Start noch hatte, wollte ich mir in den folgenden Runden einen Vorsprung erarbeiten; aber dann kam leider das Safety Car dazwischen. Danach hatte ich nicht mehr viele freie Runden bis zum Fahrerwechsel. Mit meiner Leistung und der Performance unseres Autos bin ich zufrieden.“
Zweite Rennen zum Vergessen
Noch weniger Fahrzeit, nämlich gar keine, hatte Florian Janits beim zweiten Rennen heute Vormittag. Dessen Handlung ist schnell erzählt. Eike Angermayr ging diesmal als Startfahrer von Platz acht, den er im Qualifying erreicht hatte, ins Geschehen, hatte dort einen guten Beginn, jedoch mit schlechtem wie raschen Ende.
Nach nur einer Runde drehte sich der 23-Jährige ins Kiesbett, begrub dort einerseits den Ligier im Schotter und andererseits Florian Janits‘ Chance einer neuerlichen Galavorstellung. Zumal sich zeigte, dass trotz neuer Reifen auch heute kein anderes Team an dessen gestrige Rundenzeiten herankam.
Quelle: Sportpressedienst